| Pfarramt |
Name |
Anschrift |
Telefon |
Ev.-luth. Kirche Hevensen für OS Behrensen, Blankenhagen und Thüdinghausen
|
Pastor Töpperwein |
St. Lamberti Straße 1, 37176 Nörten-Hardenberg |
0 55 03/33 53 |
Ev.-luth.Trinitatis-Kirchengemeinde Leine-Weper Pfarramt I
|
Pastor Grundmann
Pfarrbüro |
Kirchstraße 7
Kirchstraße 7 |
0 55 54/4 11
0 55 54/22 81 |
Ev.-luth.Trinitatis-Kirchengemeinde Leine-Weper Pfarramt 2
|
Pastorin + Pastor Julia u. Oliver Flanz |
An der Pfarre 1a, Ortsteil Fredelsloh |
05555/461 |
Kath. Kirche Moringen St. Ulrich
|
Pfarrbüro Pfarrer Kurth |
Tannenbergstraße 1 Gardekürassierstr. 5, 37154 Northeim |
0 55 54/22 74 05551/995318 |
»
Evang.-luth. Kirchengemeinde
»
Katholische Kirchengemeinde
»
Martini-Kirche und Martini-Friedhof
Moringen-Kirchengeschichte
Einer unbestätigten Überlieferung nach wurde der altsächsische
Morungau von Bonifatius (675 bis 754) für das Christentum gewonnen. Er soll in Moringen
mit seinen Gehilfen in der unmittelbaren Nähe einer alten germanischen Kultstätte und
des Thingplatzes eine Kirche gebaut haben, die später durch einen Steinbau ersetzt wurde
und wie sehr viele auf Bonifatius zurückführende Kirchen dem Heiligen Martin geweiht und
dem Bischof von Mainz unterstellt wurde. Bonifatius soll auch auf der Weper oberhalb von
Lutterhausen ein Heiligtum der alten Sachsen, das Standbild einer Göttin, zerstört
haben. Der Überlieferung nach stand es an jener Stelle, die in der Feldmark seit jeher
der ,,Blanke Stein" heißt. Durch diese Tat geriet Bonifatius in Lebensgefahr und
mußte sich vorübergehend mit seinen Begleitern in das Kloster Weende zurückziehen.
St. Martin in Moringen war eine der zwölf Martinikirchen
Südhannovers, die von Mainz zu Tauf- und Mutterkirchen als Zentrum der kirchlichen
Ordnung bestimmt waren. Sie war zugleich die Pfarrkirche für Moringen bis sie im Jahre
1490 durch die Kirche ,,Unserer Lieben Frauen" in der Stadt in diesem Amt abgelöst
wurde.
St. Martin war ursprünglich eine dreischiffige Basilika, von der heute
nur noch der zu zwei Malen und insgesamt um etwa 7 Meter erniedrigte Turm und das drei
Joch enthaltende Mittelschiff stehen (Fahlbusch, Göttinger Tageblatt, Nr. 249, 26. 10.
1956). Im Baustil zeigt sieh ein Übergang von der romanischen zur gotischen Bauweise (im
Gegensatz zur gleichaltrigen rein romanisch ausgeführten Klosterkirche von Fredelsloh).
Moringen unterstand dem Erzbistum Mainz, das Patronatsrecht über die
Kirche wurde von dem Kloster Lippoldsberg ausgeübt. Die Verwaltung des geistlichen
Untergerichtes geschah durch einen Kommissar, der vermutlich in dem Tuteschen Hause
an der Methestraße wohnte. Das geistliche Obergericht wurde von dem Offizial zu Nörten
wahrgenommen (Domeier, Geschichte der Stadt Moringen, 1753). Zum Dienst an der Kirche
waren ein Pfarrherr und fünf dienende Priester bestellt. Diese wohnten in dem sogenannten
Tempelherrenhaus (Breitesteinstraße 2). Sie hatten die Gottesdienste und die Seelsorge an
St. Martin, an den vier in der Stadt befindlichen Kapellen, in dem Krankenhaus
,,Kluß", das nach Norden vor den Toren der Stadt lag, im Altersheim St. Spiritus am
Markt und in den umliegenden Dörfern auszuüben. Von diesen Dörfern bestehen
einige heute nicht mehr. Von acht der umliegenden Dörfer wurden die Verstorbenen auf dem
Martinikirchhof in Moringen beigesetzt. Der Feldmarksname ,,Restepost" auf der Weper
weist heute noch darauf hin, daß hier die Leichenträger rasteten. Die Geistlichen hatten
also reichlich zu tun, alle ihnen übertragenen Tätigkeiten rechtens auszuführen. Zur
Unterstützung hatten sie den ,,Opfermann", der bei der Messe diente, die Glocken zu
läuten und in Notzeiten auch die in der Kirche befindlichen Kleinodien zu schützen
hatte. Er wohnte im sogenannten Opferhaus am Opferteich, der gewiß hiervon und nicht von
angeblichen Opfern der Germanen vorchristlicher Zeit seinen Namen hat. Unbeschadet dessen
mag an gleicher Stelle sich ein vorchristliches Heiligtum befunden haben (Fahlbusch, 10 c
cit. Die Rechte und Pflichten des ,,Opfermannes" wurden in einer Urkunde des Klosters
Lippoldsberg vorn Jahre 1497 festgelegt, desgleichen auch die Pflichten der Geistlichen.
In dem Pfarrhaus, von dem es in vorgenannter Urkunde heißt ,,unde in dem olden
Parrhuß schall to ewigen tyden eyn Prester wohnen, unde anders nergend", befand sich
im 12. Jahrhundert ein Kloster der Tempelherren, das recht begütert gewesen sein muß.
Der Orden der Tempelherren wurde gegründet, um die Reisenden zum Heiligen Grab zu
schützen. Der ursprünglich sehr arme Ritterorden wurde rasch reich und im Jahre 1310
aufgelöst und verfolgt. Der Name ,,Breitesteinstral3e" weist auf die
Verbindung mit Nörten hin. Das bei Nörten seinerzeit gelegene Kloster ,,Maria zum
Steine" (gegenüber der heutigen Zuckerfabrik) war sehr reich und überall im Lande
begütert. Eine Landbreite, die ,,zum Steine" gehörte, wie
man damals kurz
sagte, gab der Straße den Namen Von der Stadt und der Burg Moringen führte die
Bewohner der Weg zur Pfarrkirche und zur täglich gelesenen Messe durch das ,,Obere
Tor" und durch die Methestraße, die von der Messe den Namen hat.
Eine Inschrift an der Westseite des Turmes der Martinikirche erinnert
daran, daß, wie alle Dinge, auch dieser Kirchenbau vergänglich ist: ,,Alle Dinck
vorgeneklig Godes Genade sie mit uns. 1571." Im Jahre 1566 war St. Martin so
baufällig, daß sich wegen der zerborstenen Gewölbe niemand hineinwagen durfte. Es
erfolgte eine Reparatur, von der o. a. Inschrift und eine Urkunde Nachricht geben. Im
Dreißigjährigen Kriege brannte der Kirchturm aus und wurde 1659 repariert. Hieran
erinnert eine Inschrift an der Nordseite des Turmes: ,,Gott allein die Ehre. Hans Henrich
Stapel, Ernst Crumaugen. Alt. 1659." Im Jahre 1730 stürzte bei
Ausbesserungsarbeiten das schadhafte Mauerwerk der Martinikirche bis auf den Chor ein und
blieb 10 Fuß hoch liegen. Die zur Erhaltung erforderlichen Bauarbeiten währten bis zum
10. August 1732. An diesem Tage, dem 9. Sonntag nach Trinitatis, wurde der Gottesdienst in
dieser Kirche wieder angefangen mit einer Predigt des weiland Pastor prim. Domeier über
Off. Joh., XXI, 3. Sie diente bis zum Jahre 1850 abwechselnd zur Abhaltung evangelischer
Gottesdienste oder für Leichenfeiern bei Beerdigungen auf dem Martinikirchhofe. 1850
wurden die Toten der damaligen großen Choleraepidemie in der Martinikirche aufgebahrt und
sie seitdem nicht mehr zu Gottesdiensten benutzt und in der Folgezeit profanen Zwecken
zugänglich gemacht. ,,Die Toten hätten die Lebenden aus der alten Kirche
vertrieben", predigte der damalige Geistliche bei der Einweihung des neuerbauten und
jetzt noch stehenden Kirchenschiffes der Stadtpfarrkirche.
Als katholische Pfarrkirche diente St. Martin lediglich bis zum Jahre
1490. In diesem Jahre wurde die Kapelle ,,Unserer lieben Frauen" am Markt in Moringen
von St. Martin abgetrennt und zur ordentlichen Pfarrkirche bestimmt. Ihr wurden auch die
Kapellen ,,Zum Heiligen Kreuz und St. Ulrich" auf dem Deichwall und ,,St. Georg"
in Lutterbeck mit allen Einkünften und Rechten zugesprochen. Die Kapelle ,,Unserer lieben
Frauen" oder auch ,,St. Mariae Virginis" genannt stand auf dem Markt von
Moringen, dort wo die heutige Stadtpfarrkirche den alten Marktplatz fast ganz
ausfüllt. Sie war im 14. Jahrhundert von den in Moringen beheimateten Rittern von Rosdorf
gestiftet und im Jahre 1374 mit allen Rechten und Einkünften an das Kloster Lippoldsberg
geschenkt worden. Domeier veröffentlicht die Texte der Stiftungsurkunde des
Confirmationsbriefes Papst Clemens, des Confirmationsbriefes des Erzbischofs Sigfrid zu
Mainz und ein Schreiben Papst Clemens an den Dechanten zu Hildesheim betreffs der Kirche
zu Moringen. Auch die Texte der Urkunden die die Kapelle ,,Unserer lieben
Frauen" zur selbständigen Pfarrkirche von Moringen machen finden sich in der
Domeierschen Chronik im Wortlaut. Da die Kapelle als Pfarrkirche nicht ausreichend
war wurde im Jahre 1490 nach einem großen Brand in Moringen ein Kirchenneubau
begonnen, von dem eine Inschrift an der Nordseite des noch erhaltenen Turmes Kunde
gibt:
,,Düt Wark is anghelecht in Sünte Vites Daghe
Gode, Marien unde alle Hyllighen to behage
Na det Bord Christi vertheynhundert un neghentig Jahr,
H. Hinr. H. Jahns was da ein Puer un Angehever dar;
Up den Avend Walpurgis MCCCC in dem LXI Jahre,
Uthbrende Moringen dat God nu bewahre."
An dem in dieser Kirche befindlichen Altar des Evangelisten St.
Johannes mußten in der Woche des montags, mittwochs und freitags vor dem Läuten Messen
gelesen werden, wie aus einer Urkunde über die Stiftung des Altars und der Messen durch
Johannes Spangenberg 1421 hervorgeht (Domeier, 10 c. cit.).
Zur Zeit der Einführung der Reformation in Moringen befand sich diese
Kirche in einem derart üblen baulichen Zustand, daß die Kirchenvisitatoren 1542 in ihrem
Bericht schrieben, daß sie ,,beynahe einem Säustall gleich ist". Sie wurde
vermutlich im Jahre 1544 repariert, worauf eine Jahreszahl hinwies, die vordem in der nach
Süden führenden Kirchentür eingehauen war (Domeier, 10 c. cit.).
Der Oberteil des Kirchenturmes wurde 1730 abgebrochen und in der heute
erhaltenen Form erneuert. Das Kirchenschiff wurde 1850 neu erbaut von dem gleichen
Baumeister, von dem auch die Kirche in Dransfeld stammt. Beide Kirchenschiffe sind sich
sehr ähnlich.
An der Südseite der Liebfrauenkirche befand sich ein kleines Bethaus,
auch Oratorium genannt, über dessen Erbauungszeit nichts bekannt ist. Es wurde 1740
abgerissen und entfernt. Über dem Eingang dieser Kapelle war zu lesen: ,,Günther
Guntherus condidit sibi hoc Sacellum ex propriis".
Im Osten der Stadt befand sich auf dem Deichwall eine Kapelle, die den
Namen ,,St. Crucis et St. Udalrici", d. h. ,,Zum heiligen Kreuz und zum Heiligen
Ulrich", führte. In der von Berold (Moringer Zeitung vom 19., 23. und 24. 1. 1935)
veröffentlichten Urkunde, mit der der Erwerb Moringens durch die Rosdorfer Ritter
bestätigt wurde, wird die St.-Ulrichs Kapelle zum ersten Mal erwähnt. Das Datum
der Urkunde ist unbestimmt und liegt zwischen 1291 und 1299. Bereits am 15. Mai 1302 wird
der St.Ulrichs Kapelle zu Moringen auf dem Deichwall ein zweites Mal Erwähnung
getan. 1488 wird sie ausdrücklich aufgeführt in einem Schreiben des Herzogs Wilhelm von
Braunschweig, in dem er seine landesherrliche Zustimmung zur Erhebung von ,,Unserer lieben
Frauen" zur Pfarrkirche von Moringen gibt. Desgleichen in einem Revers der Moringer
Geistlichen von 1489 und in einem Bestätigungsbrief Herzog Henrichs von Braunschweig aus
dem Jahre 1490, in einem Schreiben des Stiftes zu Lippoldsberg von 1491 und in der
Confirmation des Erzbischofs von Mainz aus dem Jahre.
1492. Nach der Einführung der Reformation ist die Kapelle
verfallen. Sie stand zwischen Deichwall, der Moore und Beckers Garten auf dem
,,Heiligen-Kreuz-Anger". 1750 waren noch Mauerreste davon zu sehen, die wohl zu
Fundamenten für das Gartenhaus in den jetzigen Pastorengärten am Deichwall Verwendung
fanden.
Auf dem Martinikirchhof südlich der Martinskirche befand sich eine dem
Heiligen Blasius geweihte Kapelle, deren bereits 1497 in der schon oben genannten Urkunde
der Geistlichen zu Moringen und des Stiftes zu Lippoldsberg Erwähnung getan wird. Im
Jahre 1618 wurde die Kapelle der Familie Schoppe in Moringen als Erbbegräbnis
überlassen, wozu sie noch 1750 diente. Sie war aus Stein erbaut und etwa drei mal vier
Meter groß. Der Dachfirst strich in Ost-Westrichtung. Die spitzen, hölzernen Giebel
zeigten nach Sonnenaufgang und -untergang. Der Eingang war von Süden und durch einen
starken Buntsandsteinbalken gehalten, in dem eingehauen stand: ,,Hoc Sacellum per me
Conradum Schoppium & Margaretham ab Ascha renovatum Anno 1618". Nach Osten war
ein kleines Fenster. Die flache Holzdecke zeigte Spuren von Malerei. In der Kapelle
befanden sich mit Grabplatten gedeckte Gräber und Särge mit mumifizierten Leichen, die
des öfteren von unverständiger Jugend in ihrer Ruhe gestört wurden, indem sie aus den
Särgen genommen und damit gespielt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kapelle
auf baupolizeiliche Anweisung wegen gefährdender Baufälligkeit entfernt. Auch
viele Grabdenkmäler die noch um 1930 den Martinikirchhof interessant und schön
machten, sind inzwischen verschwunden, und so wird der Platz um die verfallende älteste
Kirche Moringens immer öder und kahler.
Im Jahre 1542 wurde in Moringen die Reformation eingeführt und die
bisherige Communität von einem Pfarrherrn (,,Parner" genannt) und fünf dienenden
Priestern aufgehoben und dafür zwei lutherische Pastoren eingesetzt (Kirchen-Visitation
von 1542 zu Moringen, Domeier 10 c. cit
.). Den verbleibenden Priestern der
Communität beließ man Zeit ihres Lebens die Zinsen ihrer Verdienste (beneficia)
,,soferne sie sich der Ordnung gemäß halten". Nach ihrem Tode verfielen die
Einkünfte der Kirche. St. Martin und die Kapelle ,,Zum Heiligen Kreuz und St.
Ulrich", die bislang besondere ,,Altarleute" hatten, d. h. Einwohner, die für
ihren Unterhalt auf kamen, verloren ihre Einkünfte zu Gunsten der Stadtpfarrkirche.
Von den Priestern aus der Zeit vor der Einführung der Reformation in
Moringen sind nur einige Pfarrherrn bekannt. Als ältester ein gewisser Henrich im Jahre
1208, Johann Plishagen 1252, Henrich Hornhardt 1354, Thilemannus Rüter 1407, Diederich
Lange 1421 und 1425, Henrich Kleyst 1479, Henrich Herjahns 1488 und Friedrich Duntemann
1533. Im Jahre 1534 wurde Henrich Schlemme, ein gebürtiger Moringer, zum
Pfarrherrn von Moringen bestimmt. Der lateinische Text seiner Bestallung wird von Domeier
im Wortlaut wiedergegeben. Henrich Schlemme hielt es aber nicht lange in seiner Vaterstadt
aus und ging noch im selbigen Jahr als Priester nach Einbeck und dann nach Northeim, allwo
er zum lutherischen Glauben übertrat und später von 1545 bis 1548 als evangelischer
Pastor prim. in Moringen amtierte. Von 1534 bis 1542 als katholischer Pfarrherr und nach
Einführung der Reformation bis 1545 als evangelischer Pastor prim. amtierte ein gewisser
Henrich Negenstedte. Wenn wir an die politischen Umstellungen der letzten
Jahrzehnte denken, so werden wir vielleicht den uns zunächst befremdlich anmutenden
Frontwechsel amtierender Personen besser verstehen. Wir wollen annehmen, daß sie gewiß
es ernst meinten und glaubten, das Rechte und das Gute zu wollen und zu tun.
nach einer Arbeit von Dr. Niels Krack zum
1000-jährigem St.-Ulrich-Jubiläum 1973
Letzte Änderung: 07.07.2011 |

|
© Multimedia Club Moringen.All Rights reserved. |
|